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Markt

6. August 2026: Wärmepumpen-Absatz plus 40 Prozent – mehr als jede zweite neue Heizung

BWP und BDH melden für das erste Halbjahr 2026 rund 195.000 verkaufte Wärmepumpen – plus 40 %. Ölheizungen verlieren, Gas stagniert.

Aktualisiert: 3 Min. LesezeitRedaktion Wärmepumpen-News

Balkengrafik zum Heizungsabsatz im ersten Halbjahr 2026: Wärmepumpen 194.500 (+40 %), Gas 134.000 (+1 %), Biomasse 14.000 (−1 %), Öl 9.500 (−11 %).
Grafik: Wärmepumpen-News · Daten: BDH, 11.08.2026

Die Wärmepumpe ist im ersten Halbjahr 2026 die meistverkaufte Heizung in Deutschland. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) meldete am 6. August 2026 rund 195.000 verkaufte Anlagen – 40 % mehr als im ersten Halbjahr 2025. Der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) bestätigte die Entwicklung am 11. August mit 194.500 Heizungs-Wärmepumpen.

Damit war nach unserer Rechnung mit den BDH-Zahlen mehr als jede zweite neu verkaufte Heizung eine Wärmepumpe: rund 55 % aller Wärmeerzeuger. Ölheizungen verloren deutlich, Gasheizungen traten auf der Stelle.

Der Heizungsmarkt im ersten Halbjahr 2026

Der BDH zählt alle verkauften Wärmeerzeuger, also Heizungen aller Art. Insgesamt waren es 352.000 Geräte, 19 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Heizungsart verkauft im 1. Halbjahr 2026 Veränderung zum Vorjahr
Wärmepumpen (Heizung) 194.500 +40 %
Gas 134.000 +1 %
Biomasse (Holz, Pellets) 14.000 −1 %
Öl 9.500 −11 %
insgesamt 352.000 +19 %

Auf ein verkauftes Ölgerät kamen damit gut 20 Wärmepumpen. Für das ganze Jahr 2026 rechnet der BDH mit rund 700.000 verkauften Wärmeerzeugern.

Warum die Nachfrage steigt

Der BWP führt den Zuwachs vor allem darauf zurück, dass Verbraucher die Risiken einer Wärmeversorgung mit fossilen Energien stärker wahrnehmen. Dazu kommt aus Sicht des Verbands mehr Klarheit: Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 gilt, könnten Fachbetriebe und Berater ihre Kunden wieder verlässlich beraten.

Gleichzeitig weist der BWP darauf hin, dass wichtige Informationen noch nicht bei allen angekommen seien, die sie brauchen.

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Was die Verbände von der Politik verlangen

Beide Verbände nutzten die Halbjahreszahlen für Forderungen:

  • BWP: die Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) verlässlich bis 2030 fortführen, den Strompreis entlasten – insbesondere durch eine Senkung der Stromsteuer – und den CO₂-Preis ambitioniert gestalten.
  • BDH: verlässliche, langfristig geltende Regeln über Wahlperioden hinweg und Technologieoffenheit statt einseitiger Bevorzugung einzelner Systeme.

Ob und wann die Politik diese Forderungen aufgreift, ist offen. Für Ihre Planung zählen die Regeln, die heute gelten.

Was die Zahlen für Hausbesitzer heißen

Die Wärmepumpe ist Standard geworden. Mehr als die Hälfte der neuen Heizungen sind Wärmepumpen – ein Nischenprodukt ist sie im Heizungskeller nicht mehr. Fragen Sie im Angebot trotzdem gezielt nach Referenzen in Häusern wie Ihrem.

Gasheizungen sind wieder erlaubt, aber nicht gefördert. Seit dem 29. Juli 2026 darf wieder eine neue, rein fossile Gas- oder Ölheizung eingebaut werden. Ab 2029 muss sie jedoch einen steigenden Anteil Biobrennstoff nutzen: 10 % ab 2029, 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040. Die KfW fördert solche Heizungen nicht.

Die Förderung für Wärmepumpen sinkt bald. Die KfW zahlt seit dem 21. Juli 2026 eine Grundförderung von 30 %. Bei einem Antrag bis zum 31. Januar 2027 kann der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % dazukommen, ab dem 1. Februar 2027 sind es 12 %. Für den Fördersatz zählt der Tag des Antrags. Was das in Euro ausmacht, zeigt unser Bericht Förderung sinkt ab Februar 2027.

Die laufenden Kosten sprechen mit. Wie viel Heizen mit welchem Energieträger zuletzt gekostet hat, zeigt der Heizspiegel 2026 – unsere Zusammenfassung finden Sie unter Heizspiegel 2026.

Einordnung

Die Halbjahreszahlen zeigen eine klare Verschiebung im Heizungskeller: Die Wärmepumpe wächst kräftig, Öl verliert, Gas hält sich auf dem Niveau des Vorjahres. Der Zuwachs von 40 % kommt allerdings von einem niedrigeren Ausgangswert im ersten Halbjahr 2025. Wie das zweite Halbjahr ausfällt, kann auch davon abhängen, wie viele Hausbesitzer ihren Förderantrag noch vor dem 1. Februar 2027 stellen.

Für Ihr Haus entscheidet nicht der Markt, sondern die Planung: Heizlast, Heizkörper, Aufstellort und Stromtarif bestimmen, wie gut eine Wärmepumpe arbeitet.

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Häufige Fragen

Wie viele Wärmepumpen wurden im ersten Halbjahr 2026 verkauft?

Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) meldet rund 195.000 Anlagen, der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) 194.500 Heizungs-Wärmepumpen. Beide nennen ein Plus von 40 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Werden noch Gasheizungen verkauft?

Ja. Laut BDH wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 134.000 Gas-Wärmeerzeuger verkauft, 1 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Ölheizungen gingen um 11 % auf 9.500 Geräte zurück.

Was erwartet die Branche für das ganze Jahr 2026?

Der BDH rechnet für 2026 mit rund 700.000 verkauften Wärmeerzeugern, also Heizungen aller Art zusammen.

Gibt es für eine neue Wärmepumpe weiter Förderung?

Ja. Die KfW-Heizungsförderung (Programm 458) zahlt seit dem 21. Juli 2026 eine Grundförderung von 30 %. Bei einem Antrag bis zum 31. Januar 2027 kann der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % dazukommen, ab dem 1. Februar 2027 sind es 12 %.

Quellen

  1. BWP: Wärmepumpen-Absatz wächst im ersten Halbjahr auf 195.000 Anlagen (erschienen 06.08.2026)
  2. BDH: Heizungsmarkt legt zu – Wärmepumpen setzen positive Impulse (erschienen 11.08.2026)
  3. ADAC: KfW-Heizungsförderung – was sich ab 21. Juli 2026 ändert (erschienen 21.07.2026)
  4. ADAC: Heizungsgesetz – was das Gebäudemodernisierungsgesetz ändert (erschienen 29.07.2026)

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