Strompreis
1. Oktober 2026: Übertragungsnetz wird 2027 teurer – das kostet Wärmepumpen-Haushalte
Die Betreiber der Stromautobahnen erhöhen ihr Entgelt 2027 um rund 24 %. Auf der Stromrechnung kommt nur wenig an – solange der Bundeszuschuss bleibt.
Die vier Betreiber der großen Stromautobahnen in Deutschland erhöhen ihr Netzentgelt 2027 deutlich: von 2,86 auf 3,54 Cent je Kilowattstunde, ein Plus von rund 24 %. Die vorläufigen Werte haben sie am 1. Oktober 2026 veröffentlicht. Auf der Stromrechnung eines Haushalts kommt davon nur ein kleiner Teil an – nach einer Schätzung des Vergleichsportals Verivox 4 bis 10 € im Jahr.
Für Haushalte mit Wärmepumpe, die deutlich mehr Strom verbrauchen, ist der Betrag etwas höher, bleibt aber überschaubar. In unserer Beispielrechnung mit 5.000 kWh Heizstrom sind es rund 12 € im Jahr.
Die Zahlen im Überblick
Übertragungsnetze transportieren den Strom über weite Strecken, bevor die regionalen Verteilnetze ihn zu den Häusern bringen. Ihre Kosten werden bundesweit einheitlich über das Übertragungsnetzentgelt verteilt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Übertragungsnetzentgelt 2026 | 2,86 ct/kWh |
| Übertragungsnetzentgelt 2027 (vorläufig) | 3,54 ct/kWh |
| Anstieg | +0,68 ct/kWh, rund 24 % |
| 2027 ohne Bundeszuschuss | 6,52 ct/kWh |
| Bundeszuschuss 2027 | 5,525 Mrd. € |
| Bundeszuschuss 2026 | rund 6,5 Mrd. € |
Ein Grund für den Anstieg: Der Bund senkt seinen Zuschuss zu den Netzkosten um rund 1 Mrd. €. Ohne den Zuschuss läge das Entgelt mit 6,52 ct/kWh mehr als doppelt so hoch wie heute.
Was bei den Haushalten ankommt
Die Übertragungsnetzbetreiber stellen ihre Kosten nicht direkt den Haushalten in Rechnung. Sie gehen über die regionalen Verteilnetzbetreiber in die Netzentgelte und von dort in den Strompreis ein. Weil die Verteilnetzbetreiber ihre Entgelte selbst festlegen, fällt die Erhöhung regional unterschiedlich aus.
Verivox hat die Wirkung für typische Haushalte geschätzt:
| Stromverbrauch im Jahr | Mehrkosten 2027 |
|---|---|
| 1.500 kWh (1 Person) | 4 € |
| 2.800 kWh (2 Personen) | 7 € |
| 4.000 kWh (3 Personen) | 10 € |
Das entspricht 0,24 ct/kWh brutto. Der Strompreis steigt dadurch nach dieser Schätzung insgesamt um knapp 0,8 %.
Was bedeutet das für Ihr Haus?
Ein Fachbetrieb ordnet die Neuerungen für Ihr Gebäude ein und rechnet die Förderung mit Ihnen durch.
Kostenlos und unverbindlich. Es meldet sich der Fachbetrieb, der diese Website betreibt – Name und Anschrift stehen im Impressum.
Was das für Wärmepumpen-Haushalte heißt
Eine Wärmepumpe verbraucht im Einfamilienhaus oft einige Tausend Kilowattstunden Strom im Jahr zusätzlich zum Haushaltsstrom. Rechnen wir den Verivox-Wert von 0,24 ct/kWh auf den Heizstrom hoch, ergibt sich:
- 3.000 kWh Heizstrom: rund 7 € mehr im Jahr
- 5.000 kWh Heizstrom: rund 12 € mehr im Jahr
- 7.000 kWh Heizstrom: rund 17 € mehr im Jahr
Das ist eine Überschlagsrechnung. Wie viel tatsächlich bei Ihnen ankommt, hängt von Ihrem Verteilnetzbetreiber, Ihrem Tarif und davon ab, ob Ihr Versorger die Erhöhung vollständig weitergibt.
Der größere Hebel: Ihr Stromtarif
Gegenüber den Netzentgelten fällt die Wahl des Tarifs viel stärker ins Gewicht. Im Marktcheck der Verbraucherzentrale NRW vom 20. Februar 2026 kosteten Wärmepumpentarife mit eigenem Zähler im Schnitt 24 ct/kWh, bei einer Spanne von 20 bis 29 ct/kWh. Ohne eigenen Zähler lag der Durchschnitt bei 31,5 ct/kWh.
Für eine Wärmepumpe mit 5.000 kWh im Jahr macht der Unterschied zwischen 24 und 31,5 ct/kWh nach unserer Rechnung rund 375 € aus – mehr als das Dreißigfache der erwarteten Mehrkosten durch die Netzentgelte. Ein eigener Zähler für die Wärmepumpe und ein Tarifvergleich bringen deshalb mehr als jede Prognose zu den Netzkosten.
Vorläufig bis Dezember
Die Werte für 2027 stehen unter einem Vorbehalt. Sie setzen den Bundeszuschuss von 5,525 Mrd. € voraus, für den ein Gesetz nötig ist. Besteht bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit, fallen die endgültigen Entgelte nach Angaben der Netzbetreiber höher aus. Ohne Zuschuss läge das Übertragungsnetzentgelt bei 6,52 ct/kWh.
Einordnung
Die Erhöhung der Übertragungsnetzentgelte klingt mit 24 % dramatisch, wirkt sich auf der Stromrechnung aber nur wenig aus. Für Hausbesitzer mit Wärmepumpe – oder mit dem Plan, eine einzubauen – zählen andere Stellschrauben mehr: der passende Tarif mit eigenem Zähler, eine gut eingestellte Anlage mit niedriger Vorlauftemperatur und, wo möglich, Strom vom eigenen Dach.
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Häufige Fragen
Wie stark steigen die Übertragungsnetzentgelte 2027?
Nach den vorläufigen Werten der vier Übertragungsnetzbetreiber vom 1. Oktober 2026 von 2,86 auf 3,54 ct/kWh, also um 0,68 ct oder rund 24 %. Ohne Bundeszuschuss wären es 6,52 ct/kWh.
Was kostet das einen Haushalt im Jahr?
Das Vergleichsportal Verivox schätzt die Mehrkosten auf 0,24 ct/kWh brutto: 4 € im Jahr bei 1.500 kWh, 7 € bei 2.800 kWh und 10 € bei 4.000 kWh. Der Strompreis steigt dadurch insgesamt um knapp 0,8 %.
Was bedeutet das für meine Wärmepumpe?
Rechnet man den Verivox-Wert von 0,24 ct/kWh auf 5.000 kWh Wärmepumpenstrom im Jahr, sind das rund 12 € mehr. Wie viel bei Ihnen ankommt, hängt vom regionalen Netzbetreiber und Ihrem Tarif ab.
Warum sind die Werte noch vorläufig?
Sie gelten nur mit dem Bundeszuschuss von 5,525 Mrd. € für 2027. Besteht bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit für das Gesetz dazu, fallen die endgültigen Entgelte nach Angaben der Netzbetreiber höher aus.
Quellen
- TransnetBW (gemeinsam mit den übrigen Übertragungsnetzbetreibern): Vorläufige Netzentgelte für 2027 (erschienen 01.10.2026)
- t-online: Strompreise 2027 – Netzentgelte steigen, so viel kostet es Haushalte mehr (erschienen 02.10.2026)
- Verbraucherzentrale NRW: Marktcheck Wärmepumpenstromtarife (erschienen 20.02.2026)