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Markt

10. Juni 2026: Wie oft die Wärmepumpe im Neubau die Hauptheizung ist – die Destatis-Zahlen

Knapp drei Viertel der 2025 fertiggestellten Wohngebäude heizen hauptsächlich mit Wärmepumpe. Die Destatis-Zahlen im Vergleich zum Vorjahr – und ihre Grenzen.

Aktualisiert: 5 Min. LesezeitRedaktion Wärmepumpen-News

Balkengrafik zur Hauptheizung neuer Wohngebäude: Wärmepumpe 69,4 % (2024) und 73,6 % (2025), Erdgas 15,0 % und 10,5 %, Fernwärme 8,5 % und 8,3 %, Holz 3,6 % und 3,5 %.
Grafik: Wärmepumpen-News · Daten: Statistisches Bundesamt, 04.06.2025 und 10.06.2026

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat am 10. Juni 2026 gemeldet: In 73,6 % der rund 58.900 Wohngebäude, die 2025 fertig wurden, ist die Wärmepumpe die Hauptheizung. Erdgas folgt mit 10,5 % weit dahinter. Für Häuser im Bestand sagt die Zahl allein wenig – sie zeigt aber, wohin sich die Heiztechnik bewegt.

Was Destatis gemeldet hat

Die Meldung trägt die Nummer N038 und beruht auf der Statistik der Baufertigstellungen. Ihre Kernaussage: Knapp drei Viertel der neuen Wohngebäude nutzen die Wärmepumpe als hauptsächliche Heizenergiequelle. Zehn Jahre zuvor, 2015, lag der Anteil bei 31,4 % von damals 105.600 neuen Wohngebäuden. Er hat sich also mehr als verdoppelt.

Rechnet man alle erneuerbaren Quellen zusammen, heizen 78,2 % der Neubauten des Jahres 2025 hauptsächlich damit. Auch der Blick nach vorn zeigt in dieselbe Richtung: In den 62.100 Wohngebäuden, die 2025 genehmigt wurden, ist die Wärmepumpe bei 83,0 % als Hauptheizung eingeplant.

Die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr

Destatis veröffentlicht die Werte jedes Jahr im Juni. Die Meldung vom 4. Juni 2025 nannte die Zahlen für 2024, die neue Meldung die für 2025 – jeweils als Anteil an den fertiggestellten Wohngebäuden:

Hauptheizung 2024 2025
Wärmepumpe 69,4 % 73,6 %
Erdgas 15,0 % 10,5 %
Fernwärme 8,5 % 8,3 %
Holz (Pellets, Kaminöfen) 3,6 % 3,5 %
Solarthermie 0,5 % 0,6 %
Heizöl 0,3 % 0,3 %
Wohngebäude fertig (gerundet) 76.100 58.900

Am stärksten verliert Erdgas: Sein Anteil fiel binnen eines Jahres um 4,5 Prozentpunkte. 2015 hatte Gas mit 51,5 % noch mehr als jedes zweite neue Wohngebäude beheizt. Fernwärme hält sich als dritte Quelle bei gut 8 %, und Heizöl ist im Neubau eine Randerscheinung: Destatis zählt 190 Gebäude für 2025, im Jahr davor waren es rund 230.

Nach Gebäudetyp ist der Abstand groß. In Einfamilienhäusern lag der Anteil der Wärmepumpe 2025 bei 77,9 %, in Zweifamilienhäusern bei 78,4 %. In Gebäuden mit drei oder mehr Wohnungen waren es 52,7 % – nach 45,9 % in den Mehrfamilienhäusern des Vorjahres.

Eine zweite Zahl relativiert den hohen Anteil. Der Anteil steigt, die Zahl der Neubauten sinkt: 2025 wurden rund 17.200 Wohngebäude weniger fertig als 2024, ein Minus von 22,6 %. Nach unserer Rechnung mit den gerundeten Gesamtzahlen waren es 2025 etwa 43.350 neue Wohngebäude mit Wärmepumpe als Hauptheizung, 2024 etwa 52.810.

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Primär und ergänzend: was die Statistik zählt

Die Statistik unterscheidet eine primäre und eine sekundäre Heizenergie. Als primär gilt laut Qualitätsbericht von Destatis „die bezogen auf den Energieanteil überwiegende Energiequelle“; für die zweite Quelle gilt dasselbe Prinzip. Liefert in einem Haus die Wärmepumpe den größten Teil der Wärme und ein Holzofen den Rest, zählt sie als primäre und der Ofen als ergänzende Quelle.

Zählt man die ergänzenden Quellen mit, nutzen 85,2 % der Neubauten 2025 erneuerbare Energien zum Heizen, im Vorjahr waren es 82,3 %.

Drei Eigenheiten sollten Sie kennen, bevor Sie die Zahlen zitieren:

  • Die Angaben stammen aus dem Bauantrag. Laut Qualitätsbericht kommen sie in der Regel von dort und wurden seither nicht aktualisiert. Gezählt wird also im Grunde die Heizung, die bei der Genehmigung angegeben war.
  • Spätmeldungen landen im Folgejahr. Gemeldet wird von den unteren Bauaufsichtsbehörden; was zu spät eingeht, zählt in dem Jahr, in dem es beim Statistikamt ankommt. 2024 machten solche Nachmeldungen 14 % der verwerteten Meldungen aus.
  • Genehmigungen sind Absichten. Die 83,0 % aus den Baugenehmigungen beschreiben geplante, nicht eingebaute Technik.

Was die Zahl für Bestandshäuser bedeutet – und was nicht

Ein Neubau kann von Anfang an für niedrige Vorlauftemperaturen geplant werden. Dass die Wärmepumpe dort Standard ist, sagt deshalb nichts darüber, ob sie in ein Haus von 1965 passt. Das entscheiden Heizlast, Heizkörper und Vorlauftemperatur des einzelnen Gebäudes.

Wie anders der Bestand heizt, steht in derselben Destatis-Meldung: In den Gebäuden mit Wohnraum, erfasst im Zensus 2022, heizten 53,9 % hauptsächlich mit Erdgas und 24,7 % mit Heizöl; erneuerbare Energien kamen auf 10,2 %.

Dass Wärmepumpen auch in älteren Häusern arbeiten, belegt eine andere Quelle: eine Langzeitmessung des Fraunhofer ISE mit 77 Anlagen in Häusern, die zwischen 1826 und 2001 gebaut wurden. Was dabei herauskam, steht in unserem Bericht über die Messung in alten Häusern.

Was das für Sie bedeutet

Wenn Sie neu bauen oder einen Neubau kaufen: Eine Wärmepumpe ist dort die Regel, keine Ausnahme mehr. Fragen Sie nach der berechneten Heizlast und der Vorlauftemperatur, für die das Haus ausgelegt ist.

Wenn Sie ein älteres Haus besitzen: Die Statistik nimmt Ihnen die Prüfung nicht ab, aber sie zeigt, wie verbreitet die Technik inzwischen ist. Für den Wechsel im Bestand gibt es Förderung von der KfW: 30 % Grundförderung, dazu bei Anträgen bis zum 31.01.2027 ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 %, wenn die alte Heizung die Bedingungen erfüllt. Ab Februar 2027 wird der Bonus alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte kleiner. Entscheidend ist der Antragstag.

Wenn Sie die Kosten vergleichen wollen: Was eine Heizperiode mit den verschiedenen Energieträgern zuletzt gekostet hat, fasst unser Bericht zum Heizspiegel 2026 zusammen.

Einordnung

Die Richtung ist seit zehn Jahren dieselbe, und die Genehmigungen lassen erwarten, dass sie anhält: Gas verliert im Neubau weiter an Boden, die Wärmepumpe ist dort Standard. Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens zeigt die Statistik die geplante Heizung laut Bauantrag. Zweitens werden weniger Häuser gebaut – die Zahl der neuen Wohngebäude mit Wärmepumpe ist trotz des höheren Anteils gesunken.

Ein Detail spricht dafür, dass der Rückgang nicht einfach weiterläuft: 2025 wurden 62.100 Wohngebäude genehmigt, 2024 waren es rund 54.800. In beiden Jahren war die Wärmepumpe in mehr als vier von fünf genehmigten Gebäuden eingeplant, 2024 zu 81,0 % und 2025 zu 83,0 %. Ob und wann aus diesen Genehmigungen fertige Häuser werden, zeigt die Statistik erst in den kommenden Jahren.

Wie viele Wärmepumpen insgesamt verkauft werden – für Neubauten und für den Bestand –, zeigt die Absatzstatistik der Verbände, zusammengefasst in unserem Bericht zum Wärmepumpen-Absatz im ersten Halbjahr 2026.

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Für Ihr eigenes Haus bleibt die Statistik ein Hintergrund. Ob eine Wärmepumpe passt, klärt ein Blick auf Heizlast, Heizflächen und Verbrauch – nicht der Anteil im Neubau.

Häufige Fragen

Wie viele neue Wohngebäude heizen mit einer Wärmepumpe?

Von den rund 58.900 Wohngebäuden, die 2025 fertig wurden, nutzen 73,6 % die Wärmepumpe als hauptsächliche Heizenergiequelle. Ein Jahr zuvor waren es 69,4 % von knapp 76.100 Gebäuden.

Werden in Neubauten noch Gasheizungen eingebaut?

Ja, aber deutlich seltener. 2025 heizten 10,5 % der neuen Wohngebäude hauptsächlich mit Erdgas, 2024 waren es 15,0 %. In den Baugenehmigungen des Jahres 2025 war Gas nur noch bei 2,2 % der Gebäude als Hauptquelle eingeplant.

Was bedeutet ergänzende Heizenergie?

Eine zweite Energiequelle neben der Hauptheizung, etwa ein Holzofen im Wohnzimmer. Zählt man solche Quellen mit, setzen 85,2 % der 2025 fertiggestellten Wohngebäude erneuerbare Energien zum Heizen ein.

Taugt die Wärmepumpe nur für Neubauten?

Nein. Eine Langzeitmessung des Fraunhofer ISE begleitete 77 Anlagen in Häusern, deren Baujahre von 1826 bis 2001 reichen. Mit Luft als Wärmequelle lag die Jahresarbeitszahl dort im Mittel bei 3,4. Ob die Technik in Ihr Haus passt, entscheiden Heizlast und Heizkörper.

Quellen

  1. Statistisches Bundesamt: Rund drei Viertel der im Jahr 2025 errichteten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen (Pressemitteilung Nr. N038) (erschienen 10.06.2026, Abruf 15.10.2026)
  2. Statistisches Bundesamt: Mehr als zwei Drittel der im Jahr 2024 errichteten Wohngebäude heizen mit Wärmepumpen (Pressemitteilung Nr. N031) (erschienen 04.06.2025, Abruf 15.10.2026)
  3. Statistisches Bundesamt: Qualitätsbericht Baufertigstellungen, Berichtsjahr 2024 (im Metadatendokument des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg, PDF) (erschienen 06/2025, Abruf 15.10.2026)
  4. Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (Presseinformation, PDF) (erschienen 03.11.2025, Abruf 15.10.2026)
  5. KfW: Merkblatt Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) (erschienen 09/2026, gültig ab 24.09.2026, Abruf 15.10.2026)

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